Bunkermuseum Hagen

Eine Zeitreise:

Wir stehen erwartungsvoll im Bunker Cafe. Die Bunkerwartin lässt nach ein paar einführenden Fakten die Luftschutzsirene heulen. Im Ernstfall hätten wir jetzt 10 Minuten, um in dem Bunker Schutz zu suchen. Dann würden die Türen verschlossen. Mit Dynamo-Taschenlampen „bewaffnet“ betreten wir den Bunker und sind mitten im Jahr 1943. Der zweite Weltkrieg ist in vollem Gange, immer wieder heulen Sirenen, sind Bombeneinschläge in der Nachbarschaft zu hören. Die Dunkelheit wird gelegentlich von vorbeihuschenden Taschenlampen erhellt. Der Hochbunker war für die Unterbringung  von bis zu 3000 Menschen vorgesehen. Hagen hatte 15 von diesen Bunkern, aber dieser war eine Luxusausführung – vermutlich, weil dort auch der Oberbürgermeister Schutz gesucht hat. Die Zeit scheint still zu stehen. In kleinen Räumen hätten jeweils 20 Personen Platz gefunden – gut – auf 6 qm nicht viel Platz. Die Kinder setzte man auf die Etagenbetten und ließ sie zur Beruhigung spielen – so gut das unter diesen Umständen ging. Die Erwachsenen standen dicht gedrängt und harrten aus, bis sich die Türen bei Entwarnung wieder öffneten. Für Notdurft stand ein Eimer bereit. Der Bunker hatte eine Notküche, einen Sanitätsraum, ein Notstromaggregat, eine Lüftungsanlage mit Gasfilter, einen Trinkwasserbrunnen und sogar eine Heizung.
In Hagen gibt es Geschichte zum Anfassen. Viele Originalexponate dürfen ausprobiert werden. Ich habe beim Bunkerwart geklingelt, Morsezeichen abgegeben und die Sirene heulen lassen. Im Bunkerkino wird ein Film über die Luftangriffe auf Hagen gezeigt. Nach ungefähr einer Stunde habe ich alle Räume gesehen und kehre nachdenklich und beeindruckt ins friedliche Heute zurück.
Einen akustischen Einblick gibt es hier:


Weitere Informationen zu Besichtigungszeiten und Eintrittspreisen gibt es hier oder auf der Facebookseite des Bunkers. Mein Fazit: Unbedingt sehenswert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.