Das Ruhrgebietmusical

Das Ruhrgebiet bekommt ein eigenes Musical

Seit ein paar Wochen sehe ich bei Facebook immer wieder Vorankündigungen für das Ruhrgebietmusical. Ich wollte mehr dazu erfahren und traf mich mit dem Initiator Thomas Bonk in authentischer Kulisse: dem Restaurant Pferdestall auf der Zeche Zollern in Dortmund.

Worum geht es in dem Musical?

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist die industrielle Revolution in vollem Gange. Im Ruhrgebiet wird nach dem schwarzen Gold gesucht, viele Menschen finden hier Arbeit und Lohn. Anna arbeitet im Wirtshaus ihres Vaters,  sieht tagtäglich die Not der Bergarbeiter und sehnt sich nach einem anderen Leben. Der mächtige Baron von Keppler lässt ein neues Stahlwerk bauen und sucht nach einem Stellvertreter. Die Wahl fällt auf Annas Jugendfreund Friedrich Meisner, der sich bald als machtbesessener und skrupelloser Despot herausstellt. Es kommt auf Zeche Wilhelm zu einer Katastrophe, die alles verändert und Anna muss sich zwischen der Liebe zu dem einfachen Bergmann Johann oder einem neuen Leben entscheiden. Kohle und Stahl waren ihre Zukunft, Liebe und Leidenschaft der Rohstoff.

Wie kommt ein Wahlhamburger auf die Idee, ein Musical über das Ruhrgebiet zu schreiben?

Der Komponist und Produzent Thomas Bonk ist selbst ein Pottblage, wie die Kinder aus dem Ruhrgebiet schon mal liebevoll genannt werden.  1967 erblickte er im Schatten der Fördertürme von Zeche Radbod in Bockum Hövel das Licht der Welt. Seit 2015 arbeitet er an dem Werk über Kohle & Stahl, einer Hommage an seine Heimat. Bonk schreibt die bewegende Geschichte der Menschen vom Ruhrgebiet, die mit Entbehrungen und harter Arbeit den Grundstein für die nachfolgenden Generationen legten. Die Geschichte spielt vor historischer Kulisse, in die reale Begebenheiten eingebettet wurden. Bei den Recherchen zu diesem Projekt fand Thomas Bonk auch zu den eigenen Familienwurzeln zurück. Sein Urgroßonkel Ferdinand Bonk ist bei dem damals größten Bergwerksunglück auf Zeche Radbost ums Leben gekommen. „Es ist an der Zeit, die Menschen dieser Region für ihre Leistung und ihren Mut zu würdigen.“

Wie hat Thomas Bonk sich auf die Thematik und Dramatik des Stücks vorbereitet?

Neben langen und gründlichen Recherchen der geschichtlichen Hintergründe, die man auf der Homepage des Musicalprojekts

www.ruhrgebietmusical.de

und in den kommenden Newslettern nachlesen und dort folgen kann, haben Thomas Bonk und sein Team u.a. ein Bergwerk unter der Hohensyburg in Dortmund besucht und erfuhren dort unter realen Bedingungen, was es 1870 bedeutete, Bergmann zu sein. Das beklemmende Gefühl und die Angst, dem Berg ausgeliefert zu sein, werden sich in der künstlerischen Arbeit und der Musik des Projekts wiederfinden lassen.

Im Stahlwerk Hattingen sammelte das Team Erkenntnisse über die Knochenarbeit, die 1885 an den Hochöfen geleistet wurde.

In Wuppertal studierten sie die Lebensbedingungen von Familien in der Zeit der Vorindustrialisierung.

Wann wird das Stück zur Aufführung kommen?

Ein solches Projekt zu stemmen bedarf -neben der eigentlichen künstlerischen Arbeit- ein hohes Maß an Vorbereitung. Die richtige Spielstätte und geeignete Sponsoren müssen gefunden werden. Anders als bei den Musicals der großen Veranstalter, hinter denen ganz andere finanzielle Möglichkeiten stehen, kann man dieses Musical beim „Werden und Wachsen“ beobachten, vielleicht durch die eigene Geschichte sogar Teil davon werden. Das Musical soll 2019 auf die Bühne kommen. Meine Vorfreude auf die Premiere ist definitiv schon geweckt. Mehr Informationen über das Projekt erfährst Du über die Homepage www.ruhrgebietmusical.de oder als Teil der Fangemeinde bei Facebook.

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