Kent School Hostert, Schwalmtal

Lost Places üben eine ungeheure Faszination auf viele Menschen aus. Die meisten allerdings sind offiziell nicht zu besichtigen. Nicht so die Kent School in Hostert, Schwalmtal. Es werden regelmäßig Termine angeboten, in denen man den riesigen Gebäudekomplex auf eigene Faust erkunden und interessante Fotos machen kann. Allerdings ist eine vorherige Anmeldung  und die Zahlung eines Teilnehmerentgeldes erforderlich. Weitere Informationen: http://www.kent-school.de/Buchung.htm

Kurz zur wechselvollen Geschichte des Objekts: Ursprünglich, d.h. ab ca. 1913  wurde die Anlage von Franziskanerbrüdern zur Pflege von männlichen Hilfsbedürftigen genutzt. Um die 600 Behinderte wohnten und arbeiteten dort  auf dem angrenzenden Bauernhof und in Werkstätten. Die Einrichtung genoss hohes Ansehen, bis die Franziskaner den Betrieb aufgeben mussten.

In den Kriegsjahren wurde  auf Erlass Hitlers geistig behinderten Kindern das Schlafmittel Luminal verabreicht.  In den Todesbescheinigungen wurde Auszehrung, Lungenentzündung oder Herz-Kreislaufschwäche attestiert.

Nach dem Krieg waren zunächst verschiedene Schul- bzw Heimeinrichtungen dort untergebracht. 1951 übernahmen die Briten das Gelände und richteten ein Lazarett ein. 1963 wurde es wieder als Schule genutzt, aber das Lazarett blieb eingerichtet. In der Kent School wurden bis 1991 rund  1400 Jugendliche unterrichtet. Heute stehen die Gebäude in Privatbesitz und zum Verkauf. (Quelle: http://www.waldniel-hostert.de/geschichte.html)

Das Gebäude wird gut gegen unbefugte Eindringlinge geschützt, was auch dringend erforderlich ist, wie diverse Vandalismusspuren aus früheren Tagen beweisen.

  

 

3 Gedanken zu „Kent School Hostert, Schwalmtal

  1. Hallo Macher von Checkbar,
    den oben beschriebenen Ort in Hostert kenne ich aus eigenem Erleben, da ich im Nachbarort aufgewachsen bin und dort knapp 20 Jahre gewohnt habe. Trotz des Links zur Geschichte Hosterts kommt nach meinem Empfinden die Rolle dieser Bauwerk im Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten in den Jahren 1939 – 1943 viel zu kurz. Auch ein Hinweis auf den unmittelbar neben dem Areal angelegten Gedenkort für die ermordeten Kinder der „Kinderfachabteilung Waldniel“ fehlt. Dabei wäre dies eine gute Möglichkeiten, in solchen Tagen, in den denen jeder die Namen der Täter auswendig kennt, einige Namen von Opfern des NS-Regimes zu publizieren, um ihnen so wenigstens ein bißchen von ihrer Würde zurück zugeben. Denkt mal drüber nach.
    BS

    1. Sehr geehrter Herr Schomm,
      inhaltlich stimme ich Ihren offenen Worten voll zu. Da dieser Ort leider auch aufgrund dieser Vergangenheit Menschen anzieht, habe ich mich bewusst gegen eine ausführlichere Darstellung in meinem Freizeitblog entschieden. Ich danke Ihnen auch für den Hinweis auf die Gedenkstätte, die ich mir bei nächster Gelegenheit ansehen werde.
      Ihr Blacksheep

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