Gruselführung auf der Marksburg

Kein Lichtstrahl erhellt den Gang durch den Weinkeller. Nur noch wenige Meter bis zum sicheren Ausgang, aber da ist Jemand hinter mir. Eine Hand streicht über mein Haar. Ich taste mich schneller vorwärts, aber plötzlich greift etwas nach meiner Wade! Ich schreie auf und stürze durch die Tür in den Burghof, wo die anderen Teilnehmer schon warten.
Aber zurück zum Anfang. Um 19.30 Uhr treffen wir uns vor dem Restaurant der Marksburg in Braubach bei Koblenz. Es ist die Premiere der neu auf der Burg angebotenen Themenführung. Schlossführer Peter Wendland führt uns in die Folterkammer der Burg und weiß unterwegs allerlei zur Geschichte der Burg zu berichten.
Wie grausam die Foltermethoden des Mittelalters waren, dürfen wir hautnah erleben! Fast ganz freiwillig testet ein Proband die Mini-Guillotine:

Auf dem Weg in den Rittersaal knarzen wie von Geisterhand geöffnete Türen. Unheimliches Pochen und Klopfen begleitet unseren Weg. Ein maskiertes Wesen beobachtet und folgt uns. Im schemenhaften Licht kann ich einen schwarzen Umhang und eine Art venezianische Maske erkenne. Ich will die anderen Gäste nicht beunruhigen und konzentriere mich auf das Rätsel, was wir zu lösen haben. Peter Wendland belohnt unseren Erfolg mit einem Stück auf der Gitarre. Es ist eine Ballade, schön und beruhigend irgendwie – wäre da nicht hinter der Tür dieser geheimnisvolle Gesang.

Weitere knifflige Rätsel warten auf uns. Aber wir sind ein gutes Team und können alles lösen.

In der Kapelle erfahren wir vom traurigen Schicksal Elisabeths. Die schöne Tochter des Burgherrn von Braubach wollte Siegbert von Lahneck ehelichen. Doch Siegbert musste in den Krieg ziehen. Siegberts angeblicher Vetter Rochus von Andechs brachte Elisabeth die Nachricht von seinem Tod und hielt seinerseits um ihre Hand an. Wer das Ende der unglücklichen Liebe hören möchtet oder erfahren möchte, wo die Redewendungen „eine Tafel aufheben“, „Pech gehabt“, „etwas auf die hohe Kante legen“ oder der „Alptraum“ herkommt, einigermaßen zu Fuß ist und keine schwachen Nerven hat, dem möchte ich die spannende neue Tour auf der Marksburg wärmstens ans Herz legen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.