„11 Pints & 3 Shots“ – Folk Punk von Muirsheen Durkin & Friends

Titelbild mit freundlicher Genehmigung von Muirsheen Durkin & Friends , copyright by Sebastian Kempke

Folk Punk aus dem Land of the 1000 Mountains

Am 24.03.2018 erschien die dritte CD der Arnsberger Folk Punk Band Muirsheen Durkin & Friends. 14 Songs sind drauf, drei davon instrumental.

Die Band nahm die facettenreiche CD wieder im Studio von Sebastian „Seeb“ Levermann auf, der als Frontmann von Orden Ogan besonders bei Metalheads kein Unbekannter ist.

         

2008 gründeten Lanze und Sonja die heute neunköpfige Band Muirsheen Durkin. Lanze, Lothar und Kentop haben vor über 30 Jahren schon mal zusammen Musik gemacht. Die meisten Bandmitglieder sind seit 2010 dabei. Sie werden von wechselnden Gastmusikern (& friends) unterstützt. Zum Repertoire gehören traditionelle irische bzw. schottische Songs, die sich meist mit dem Thema Auswanderung beschäftigen. Muirsheen Durkin arrangiert diese Traditionals neu und drückt ihnen dabei ihren ganz eigenen, unverkennbaren Stempel auf. Mit dem Bandnamen, der nach zwei Guinness viel leichter über die Lippen geht,  erinnern sie an den gleichnamigen Song der Pogues über den irischen Kartoffelbauer Martin (Muirsheen), der nach Jahren harter Feldarbeit und Missernten Richtung Kalifornien aufbrechen will, um fortan in einer Goldmine sein Glück zu suchen.

„11 Pints & 3 Shots“ geht gleich mit einem Gute-Laune-Kracher los. Another Drunken Night ist eine Eigenkomposition von Michi und Lanze. Der Song über eine durchzechte Pub-Nacht kommt nicht nur live gut rüber, sondern genauso in der Studio-Version.

One Whiskey stammt aus der Feder von Sänger MacRünker, der mit seiner rauchigen Stimme schon bei den Bands Lady Godiva und Kings & Boozers für hohen Wiedererkennungswert sorgt.

Itchy Fingers wurde ursprünglich als Marsch vom Pipe Major Rab (Robert) Pinkman komponiert. Ein Pipe Major ist für die Ausbildung der Piper verantwortlich. Dementsprechend hoch ist das musikalische Niveau des Stücks, bei dem nicht nur die beiden  Piper Andre und Simon ihr Könnens demonstrieren.

Mit Donald where’s your Troosers kommt ein Traditional in völlig neuem Gewand daher. Schon einige Musiker haben den Song gecovert, aber in der Muirshee Durkin Version habe ich ihn noch nie gehört. Das lustige schottische Original von  Andy Stewart aus dem Jahr 1960 über einen Mann, der lieber Kilt als Hosen trägt, und damit in der Londoner Gesellschaft einiges an Aufsehen erregt, ist kaum wieder zu erkennen. Statt dessen kommt Sonjas schöne dunkle Stimme voll zur Geltung. Begleitet wird sie von rockigen Gitarrenklängen und treibenden Drums. Andy Stewart soll das Lied übrigens innerhalb von 10 Minuten in einem Waschraum seiner Plattenfirma geschrieben haben. Die Arbeit am neuen Arrangement hat sicher  länger gedauert, gefällt mir aber auch um Längen besser als das Original.

Mit Wild Mountain Theme  ist ein Klassiker, den auch schon Marianne Faithful, Bob Dylan, Rod Steward Ed Sheeran für sich entdeckt haben, um nur Einige zu nennen. Trotzdem ist Muirsheen Durkin eine ganz eigene Version gelungen. Der druckvolle Bass zusammen mit den Stimmen von MacRünker, Sonja und Mine treiben den Song nach vorn und setzen live gespielt einen Konzerthöhepunkt mit Tanzgarantie und durchgeschwitzten T-Shirts. Kein Wunder, dass sich jüngst der WDR im Rahmen der Reihe „Szene im Westen“ für die Muirsheen Durkin Version über den wilden Bergthymian interessierte.

Old Maui ist ein altes Seefahrerlied, das die Vorfreude der Besatzung eines Walfängers nach einer langen und harten Fangsaison in der arktischen See bei Kamtschatka auf die Rückkehr nach Maui ausdrückt.  Definitiv eins meiner Lieblingslieder auf der CD.

Peggy the Waitress ihren ersten eigenen Song. Instrumental mit Tin Whistle, Akkordeon und Banjo erinnert mich der Song ein bisschen an die Pogues. Bitte unbedingt mehr davon!!

Land of the 1000 Mountains lässt vom Titel zunächst auf eine neue Sauerlandhymne schließen, tatsächlich aber  geht es um hart arbeitende Waldarbeiter. Der Song stammt von Michi, der am Banjo auch das markanten Intro übernimmt.

In MacRünkers Junk verarbeitet Lanze alte Kompositionen von MacRünker und schafft damit das dritte Instrumentalstück auf der CD.

Der selbst geschriebene Titelsong der EP Drink with the Irish  wurde für die 11 Pints & 3 Shots neu abgemischt und  aufgenommen.

Botany Bay ist ein alter irischer Auswanderersong. Ziel der Reise ist dieses Mal Australien. Im Netz gibt es einige Versionen des Songs, aber derart rockig habe ich es bisher nur  von der texanischen Band Blaggards gehört. Gesungen von Mine und Sonja ist klasse Song mit interessantem Intermezzo entstanden.

Mit Last of McGee hätten sich Muirsheen Durkin einen mir etwas unbekannteren Song der Urväter des Folk Punks ausgesucht. Fast wie eine Hommage an Shane MacGowan spielen sie den Song vom Album Just Look Them Straight In The Eye And Say… PogueMahone!! in unveränderter Fassung.

Mit When the Pipers Play wird es noch mal traditionell, bevor sich mit  Botany Bay in der Reggae Version der letzte Song anschließt. Dieses Finish zeigt, dass sich die Band nicht zu Ernst nimmt und noch puren Spaß am Musik machen hat, ohne sich den Zwängen von  hauptberuflichen Musikern mit entsprechendem Erfolgsdruck hingeben zu müssen.

Mein Fazit: 45 Minuten starke Stimmen markante Pipes, Banjo- und Akkordeonklänge, fette Drums, kräftiger Bass, dynamische Gitarren in kompaktem Gesamtsound. Definitive Kaufempfehlung.

Wer die Band live hören möchte, findet die nächsten Tourdaten  auf der Bandseite.

 

 

Songlist:
Another drunken night
One Whiskey
Itchy Fingers
Donald where’s your Troosers
Wild Mountain Thyme
Old Maui
Peggy the Waitress
Land of 1000 Mountains
Botany Bay
MacRuenkers Junk
Drink with the Irish
Last of McGee
When the Pipers play
Botany Bay Reggae

 

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