G.O.N.D. 2019 – Festivalrückblick

Rieden in der Oberpfalz hat 2876 Einwohner. Normalerweise! Alljährlich Mitte Juli herrscht hier jedoch an einem Wochenende der Ausnahmezustand und Scharen von Deutschrockfans aus dem ganzen Bundesgebiet pilgern zum Gut Matheshof im Ortsteil Kreuth. So auch in diesem Jahr. Das Line Up mit über 50 Bands bot für jeden Geschmack etwas. Den obligatorischen Frühanreisestau in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag habe ich umgangen, denn im Rock & Ruhe Bereich beginnt die Anreise erst ab 5.00 Uhr morgens (eigentlich). Meine G.O.N.D. Familie (Danke Summy, Peter, Bine, Betz und Uli) hatte mir ein Eckchen für mein Wohnmobil freigehalten. Direkt nach meiner Ankunft musste im Zeltcamp gegenüber als erstes die wichtige Frage geklärt werden, ob man Käsekuchen trinken kann. Man kann! So ein feines Stöffchen, dafür gibt es -ganz gegen unsere Regeln- eine (leider völlig unbezahlte) Werbung:

Regenfälle hoben das zuvor ausgesprochene Grill- und Generator-Verbot wegen akuter Trockenheit und damit verbundener Brandgefahr zur Freude vieler Festivalbesucher wieder auf. Niederschläge und vereinzelte Gewitter hielt die hartgesottenen Fans jeden Alters nicht auf, ein weitgehend friedliches Festivalwochenende miteinander zu feiern.

Den Anfang machten am Donnerstag schon ab 10.00 Uhr Gegenwind, Doppelbock, Brandalarm und Störer, bis die Vagabundos Del Lujo um 14.15 Uhr die Partystage und das G.O.N.D. Commando um 15:00 die Hauptbühne eröffneten.
Der ein oder andere dürften nach der nächtlichen Anreise und den ersten 1-2… Bierchen erstmal eine Zwangspause gegönnt haben. Sie verpassten Ex-Plizit, Foiernacht und Störte.Prieser, der gegen den Regen, anfängliche Tonprobleme, aber auch Anfeindungen seitens des Publikums anspielen musste. Musikalisch unterstützt wurde er durch die Band Sündflut, die am Freitag einen weiteren Auftritt absolvierte.
Unherz aus Rheinland Pfalz, die inzwischen ihr 10-jähriges Bestehen feiern, gehen übrigens im März 2020 auf Tour. Das Festivalgelände hatte sich inzwischen ordentlich gefüllt.

Auch an der Partystage war gut was los, als sich die Thekenproleten die Ehre gaben. Sie trotzen zusammen mit dem Publikum eisern den nervigen Niederschlägen.
Zwar nicht als Regenschutz aber für Notfälle oder ein stylishes Outfit gibt es eine Neuauflage der Baggerfahrer Erika Warnwesten.

F.U.C.K und Zaunpfahl legten ein volles Brett nach, bevor mit Goitzsche Front die Stimmung mit Kärbholz engültig ihren Höhepunkt erreichte.
Die Kneipenterroisten, Formlos und Donnerbalken beendeten das musikalische Programm des ersten Tages zu später Stunde.

Der Freitag begann wieder früh um 11.00 Uhr mit Himmelstürmer, die auf dem Festival ein Musikvideo drehten. Auch für Stunde Null hatten sich schon einige Fans in der Festhalle Rieden eingefunden, die u.a. Songs ihre neues Album “Alles voller Welt” im Set hatten. Da das angekündigte Unwetter die G.O.N.D. doch verschonte, konnte es auf der Partystage pünktlich um 14.15 Uhr bei Alles mit Stil weitergehen. Mit Asphalt feierten schon einige partybereite Besucher mehr, aber wirklich voller wurde es erst bei den Local Bastards und Rockwasser (neues Album Krone der Schöpfung).

Die Engel in Zivil und Enorm drehten auf, bis die Bierbecher (vor Begeisterung) flogen. Berserker aus Berlin legten nach. Nach 40 Minuten Koma auf der Partystage kamen Krawallbrüder mit Pyro und viel Regen.

Toxpack spielten Songs ihres neuen Albums Kämpfer und die Fans harrten trotz anhaltend starkem Regens vor der Bühne aus.

Für mich war der Festivaltag danach aber Geschichte, bei Heilige Dämonen, Morgenrot und leider leider auch Live Tioz musste ich passen.

Am Samstag gab es Wir gegen uns, Unzensiert und Kaestel zum Frühstück. Für Raven Henley wurde gegen 14.00 Uhr das Hauptgelände geöffnet. Die Bad Jokers spielten vor Lammkotze, einer Oi! Punk-Rock Band aus Baden Würtemberg. Weiter ging es mit Herzlos, die mir auf dem Kärbholz Heimspiel schon ausgesprochen gut gefallen haben! Mit den EgOisten folgte die nächste Oi-Punk Band. Wiens No. 1 überzeugten mit ihrem Auftritt vor ordentlicher Besucherkulisse. Von Haymaker, die nach Viva an der Reihe waren, hatte ich bisher noch nichts gehört. Das Trio aus Prag war mit einem abwechslungsreichen Oi!/Skinhead Rock’n Roll – Repertoire am Start. 28 begeisterten mit bestem Onkelz Cover, bevor mit Rotz & Wasser noch einmal die Freunde von Oi-Punk auf ihre Kosten kamen.

Unantastbar heizte die Stimmung zum absoluten Festivalhöhepunkt auf. Locke von den Böhsen Bengelz hatte mit Stimmproblemen zu kämpfen und wurde von Veranstalter Kidie und Marvin von Herzlos sehr gut unterstützt. Aus sicherer Quelle weiß ich, das auch bei Brennstoff und Serpentin in der Festhalle bei der Aftershowparty noch kräftig gefeiert wurde. Für mich war nach den Böhsen Bengelz und dem Treueschwur allerdings Schicht.

G.O.N.D. Aftershowparty – wer die verpasst, ist selbst Schuld… 🤷‍♂️🥃👍🤘Hier ist ALLES möglich!!!Mit u.a. Joggl Bergmeister | Tom KB | uvm.

Gepostet von G.O.N.D. – Ein Festival wie ein Orkan am Samstag, 13. Juli 2019

Mein Fazit: Ein sehr gut organisiertes Festival mit kurzen Wegen auf dem Gelände, abwechslungsreichem Gastroangebot zu vernünftigen Preisen, sauberen Sanitäranlagen und hammergeilem Line Up und fantastischen Besuchern.
Kein Wunder also, das Timo Hofmann und Steffen Kiederer eine Woche nach Vorverkaufsstart für das Jubiläumsjahr 2020 schon den Verkauf von 2.500 Tickets vermelden konnten. Die 15. G.O.N.D. startet im nächsten Jahr schon einen Tag früher und wird vom 08. bis 12. Juli 2020 stattfinden.

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