Weltkulturerbe Belgisches Bier – ein Kurztrip nach Brügge

1500 Biersorten und die Art und Weise der Bierherstellung, des Servierens und Konsumierens haben die Unesco in 2016 überzeugt. Fast jede Biermarke hat ein eigenes Glas und es gibt zahlreiche Arten der Gärung. In Brügge wird noch mitten in der historischen Altstadt gebraut. Seit 500 Jahren bewahrt die Brauerei De Halve Maan (Halbmond) die Tradition und braut unter anderem das mehrfach ausgezeichnete Stadtbier Brugse Zot. Gestiegene Absatzzahlen machten den Bau einer Flaschenabfüllfabrik vor den Stadttoren notwendig. Täglich bahnten sich bis zu 5 Tanklaster ihren Weg auf den schmalen, kopfsteingeplasterten Gassen, immer durch den wuseligen Strom von Touristen, Radfahrern und Pferdekutschen. Seit 2016 wird das Bier in einer unterirdischen, anzapfsicheren Bierpipeline transportiert. 4000 Liter können in der Stunde auf die ca. 3 Kilometer lange Strecke geschickt werden.

Die Besichtigung der Brauerei heben wir uns für einen späteren Besuch auf und starten gleich mit dem praktischen Teil – der Verkostung. Bei Steak mit Peffersauce lassen wir uns das Brugse Zot Blond schmecken, ein würziges, etwas süßliches Helles mit fruchtigen Noten von Apfel und Banane bei einer angenehmen Bitterkeit des Hopfens.

Unser nächstes Ziel ist der Grote Markt, das Herz Brügges. Im Mittelalter wurden hier Tuche und Lebensmittel gehandelt, heute kommt der Bierfreund auch außerhalb der reichlich vorhandenen, gut besuchten Gastronomie auf seine Kosten.

Wir starten mit Kultur und besuchen das Historium. Multimedial wird eine nette Geschichte um die Entstehung des Gemäldes von Jan van Eyck, die Madonna des Kanonikus, erzählt.

In der VR Experience lassen wir uns mit einer Virtuell Reality Brille ins mittelalterliche Brügge zurückversetzen. Im Duvelorium Grand Beer Café  finden wir zum Bier zurück und probieren das Duvel, ein obergäriges helles Starkbier mit stolzen 8,5 %. Im Glas entsteht durch den hohen Kohlensäuregehalt ein wahres Schaumfeuerwerk, das sich lang hält. Das Bier schmeckt zunächst süßlich und fruchtig, ich rieche Malz. Am Ende entfaltet der Hopfen seine Bitterkeit. In Maßen genossen durchaus süffig.

Gleich um die Ecke geht es ins Biermuseum. Mit einem I-Pad und Kopfhörern “bewaffnet” lassen wir uns durch die informative Ausstellung treiben.

Nach der Theorie wird es Zeit für die Praxis und wir nehmen am Biertasting teil.

Im Eintrittsgeld enthalten sind drei kleine Biere nach Wahl. Nicht alle probierten Sorten treffen meinen Geschmack, aber jedes für sich war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.

Ganz in der Nähe findet sich auch die Beerwall im 2be. Fotomotive gibt es hier reichlich. Der Shop auf zwei Etagen lässt keine Wünsche offen und die kleine TinTin und Lucky Luke Ausstellung erinnern daran, das Belgien auch berühmte Comic-Helden zu bieten hat.

 

In der Bar gibt es eine große Auswahl an Schank und Flaschenbieren. Wir probieren Kwak, ein 8,4% iges Amberbier, welches nach seinem Erfinder Pauwel Kwak benannt ist und schon durch das Glas Aufsehen erregt. Belgische Postkutscher hängten es früher in eine eigens hierfür angebrachte Haltevorrichtung am Kutschbock. Erfrischende Säure und fruchtige Aromen vereinen sich zu einem außergewöhnlichen Bier.

Das Kokosbier hält geschmacklich, was es verspricht und wird in einer Kokosschale aus Plastik serviert. Zum Neutralisieren des doch sehr dominanten Aromas probiere ich noch ein Rosenbier. Auch hier ist der Name Programm.

Nach soviel Exotic steht uns der Sinn nach DEM belgischen Bier: Kriek – das Kirschbier. Mit nur 3,5% kommt es vergleichsweise leicht daher. Lambic mit Kirschsaft aromatisiert – fruchtig und süß..gefährlich süffig.

Und damit beschließen wir unseren Ausflug in die Welt der belgischen Biere. Ich will nicht unerwähnt lassen, das Brügge selbst auch zu den Weltkulturerbe-Städten gehört. Hier noch ein paar Impressionen aus der Stadt:

Der Grote Markt vom Historium aus gesehen

 

Der Grote Markt mit Historium (links) und Biermuseum (rechts)

 

Jan Breydel und Pieter de Coninck, zwei Volkshelden, die Brügge 1302 gegen die Franzosen verteidigt haben

Die Burg steht heute nicht mehr. An ihrer Stelle strahlen heute die Stadthalle und die Heilig-Blut-Basilika.

Statue Jan van Eyck

Trödelmarkt am Dijver

Auch Freunde irischen Bieres kommen in Brügge auf Ihre Kosten. Getestet und für gut befunden:

Delaney´s Irish Pub am Burgplatz, gute Küche, Live-Sport

The Druid´s Cellar, unbeschreiblich!

Brügge hat noch viel mehr zu bieten und so wird mein nächster Besuch nicht lange auf sich warten lassen. Habt Ihr gute Tipps, was sich lohnt und was eher nicht? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Bis bald

Euer Blacksheep

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