Dayanita Singh: Dancing with my Camera

18. März bis 7. August 2022, kuratiert von Stephanie Rosenthal, Direktorin des Gropius Bau

Dayanita Singh ist eine Künstlerin, deren Medium Fotografie ist. Die umfangreiche Retrospektive präsentiert ihre wichtigsten Schaffensphasen und zeigt in dieser sehr interessanten und besonderen  Ausstellung zentrale Arbeiten aus vier Jahrzehnten.

Im folgenden Video gibt Dayanita Singh Einblicke in ihre ganz spezielle Art des Fotografierens und der besonderen Form der Präsentation ihrer Bilder, wie sie jetzt im Gropius Bau zu sehen ist.

Foto: Luca Girardini
©Dayanita Singh

Beirut and the Golden Sixties: A Manifesto of Fragility

25. März bis 12. Juni 2022, kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, assoziierte Kuratoren, Gropius Bau (seit 1. Januar 2022 Direktoren am Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin)

Beirut and the Golden Sixties: A Manifesto of Fragility lässt ein bewegtes Kapitel der jüngeren Geschichte Beiruts wieder aufleben: die Zeit zwischen der Libanonkrise im Jahr 1958 und dem Ausbruch des libanesischen Bürgerkriegs 1975. Die Ausstellung zeigt eine facettenreiche Auswahl von Künstler*innen, deren Drang nach formaler Innovation oft ebenso stark war, wie ihre politischen Überzeugungen.

©Aref El Rayess Foundation, Aley, Mount Lebanon, Courtesy: Saradar Collection

Die wechselvolle Geschichte des Libanon wird durch diese Ausstellung sehr eindrucksvoll dargestellt und weckt Interesse nach mehr Information. Beirut ist vermutlich vielen als “Paris des Ostens” geläufig, aber warum  sich so viele Intellektuelle und Künstler in einer Stadt versammelten, in der Galerien und Museen florierten, ist vielleicht nicht so bekannt. Über die Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut  am 04. August 2020 haben die Medien international berichtet, aber eigentlich trat auch diese Meldung im Zuge der Corona-Krise und den damit verbundenen nationalen Problemen zu schnell wieder in den Hintergrund. 

©Luca Girardini

Die sehr inspirierende Ausstellung Beirut and the Golden Sixties läd die Besucher ein, sich dem Mythos dieser Stadt zu nähern und einzutauchen in eine längst vergangene Welt mit außergewöhnlich vielfältigen Menschen, ihren Ideen, aber auch den unüberbrückbaren Gegensätzen, die sich schließlich in einem 15 Jahre andauernden Bürgerkrieg entluden.

Mit einer speziell für die Ausstellung konzipierten Multimedia-Installation von Joana Hadjithomas  und Khalil Joreige

©Khalil Zgaib, Courtesy: Saleh Barkat Collection / Agial Art Gallery

Mit Arbeiten von Shafic Abboud, Etel Adnan, Farid Aouad, Dia al-Azzawi, Alfred Basbous, Joseph Basbous, Michel Basbous, Assadour Bezdikian, Huguette Caland, Rafic Charaf, Saloua Raouda Choucair, Georges Doche, Simone Fattal, Laure Ghorayeb, Paul Guiragossian, Farid Haddad, John Hadidian, Joana Hadjithomas, Jumana Bayazid El-Husseini, Khalil Joreige, Dorothy Salhab Kazemi, Helen El-Khal, Simone Baltaxé Martayan, Jamil Molaeb, Fateh al-Moudarres, Nicolas Moufarrege, Mehdi Moutashar, Aref El Rayess, Adel al-Saghir, Mahmoud Said, Nadia Saikali, Hashim Samarchi, Mona Saudi, Juliana Seraphim, Cici Sursock und Khalil Zgaib

 

Der Gropius Bau

Besuchern des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors in Berlin Kreuzberg fällt schnell auch der palastähnliche, viergeschossige Gropius Bau in direkter Nachbarschaft auf.  Bis 1990 führte die Berliner Mauer unmittelbar am Gebäude im Westteil der Stadt entlang. 

Der Gropius Bau kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Errichtet wurde das Gebäude im Stil der iatlienischen Renessaince 1877–1881. Es diente zunächst als Kunstgewerbemuseum sowie ab 1922 als Museum für Vor- und Frühgeschichte, bis es 1943 bei einem allierten Luftangriff stark zerstört wurde. Walter Gropius stoppte seinerzeit die Abrisspläne. Unter Denkmalschutz stehend erhielt der prachtvolle Architekturbau den Namen seines Hauptarchitekten Martin Gropius, einem Großonkel des Bauhaus-Gründers Walter Gropius.1978 begann der Wiederaufbau und 1981 fand die Einweihung statt.

Ab 1986 war der Gropius Bau temporärer Sitz für die Berlinische Galerie, des Werkbund-Archiv – Museum der Dinge und der jüdischen Abteilung des ehemaligen Berlin Museums.

Sehr sehenswert ist der Lichthof mit Seitenlängen von rund 40 m × 30 m und einer Höhe von etwa 26 m, der seit 2018 auch ohne Ausstellungsbesuch zugänglich ist.

Foto: Mathias Völzke, Lichthof
Foto: Mathias Völzke, Lichthof

Auch in der weißen Eingangshalle richtet sich der Blick automatisch in die Höhe zu der beeindruckenden Glaskuppel. 

Foto: Mathias Völzke, Rotunde

Seit 2001 wird das Haus von den Berliner Festspielen betrieben und beherbergt große temporäre Ausstellungen von internationalem Rang zu Kunst, Kulturgeschichte, Fotografie und Archäologie. Anfang 2018 hat Stephanie Rosenthal die Direktion des Gropius Bau übernommen. Ihr Programm steht für die Öffnung der Institution als ein Ort der künstlerischen Kreation und des Austauschs. Er gehört zu den bedeutendsten Museumsbauten Deutschlands aus dem 19. Jahrhundert. Mit seinen aufwendig gestalteten Terrakottaverzierungen und Goldmosaiken an der Außenfassade zählt er zu den schönsten Ausstellungshäusern Deutschlands. Direkt gegenüber hat der Preußische Landtag seinen Sitz.

 

Das ebenfalls frei zugängliche Restaurant Beba ist ebenfalls unbedingt einen Besuch wert. Angeboten wird hausgerösteter Kaffee und Gebäck. Die Speisekarte ist von traditionellen jüdischen Rezepten inspiriert und setzt auf Frische, Vielfalt und Nachhaltigkeit: So werden im vertikalen Garten mittels Aufzuchtschränken der Berliner Firma Infarm Blattgemüse und Kräuter aus aller Welt angebaut, die erst wenige Minuten vor dem Verzehr geerntet werden. Mein Tipp: Probiert auch die hausgemachte Kräuterlimonade!

 

Adresse

Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin

Telefon (030) 254 860
Internetadresse www.berlinerfestspiele.de/de/gropiusbau

Weitere Informationen zum Besuch
Öffnungszeiten
Montag 10:00–19:00
Dienstag geschlossen
Mittwoch 10:00–19:00
Donnerstag 10:00–21:00
Freitag 10:00–19:00
Samstag 10:00–19:00
Sonntag 10:00–19:00

Tickets & Vorverkauf
Tickets sind im Onlineshop oder vor Ort erhältlich.

Ein Ticket für alle Ausstellungen
Dayanita Singh / Beirut and the Golden Sixties
€ 15 / ermäßigt € 10

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren frei

Donnerstags zwischen 18:00 und 21:00 Uhr, sind Tickets für € 10 / ermäßigt € 5 erhältlich.


Barrierefreie, stufenlose Zugänge gibt es zu allen drei Ausstellungsetagen überbehindertengerechte Aufzüge und WCs mit taktiler Schrift und Ansagen in den Aufzügen.

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