Falco – Das Musical, 15.04.19 – Lanxess Arena Köln

Titelfoto: Marcel Klette

“Er war Superstar
Er war populär
Er war so exaltiert
Because er hatte Flair
Er war ein Virtuose
War ein Rockidol
Und alles rief:
Come and rock me Amadeus”

Der Österreicher Falco, mit bürgerlichem Namen Johann Hölzel war ein Musikgenie, innerlich zerrissen und gleichzeitig ein exzentrischer Lebemann. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere stürzten ihn Drogen, Alkohol und familiäre Probleme in eine Krise. Er zog sich auf die Dominikanische Republik zurück.

„Wenn ich schon mal zu früh sterben sollte, dann wie James Dean – auf einer Kreuzung, im Porsche. Zack. Aus“. Falco, 1982

Nicht mit einem Porsche, sondern im Mitsubishi Pajero kam er –nur vierzigjährig- am 6. Februar 1998 ums Leben. Er verließ gerade den Parkplatz der „Turist Disco“, als ein Reisebus mit ca. 100 km/h in seinen Wagen raste. Er war sofort tot.

“Muss ich den sterben um zu leben?” (Out of the Dark)

Alexander Kerbst als Falco, Foto Marcel Klette

Das Musical, dass 2017 zu Ehren seines 60. Geburtstages uraufgeführt wurde, beginnt genau an dieser Stelle – mit quietschenden Reifen und heftigem Crash-Geräusch..

„Was ist schon ein Leben gegen einen starken Abgang.“

In der fulminanten Liveshow wird einfühlsam von Leben Falcos erzählt, einem Leben auf der Überholspur mit extremen Höhen und Tiefen. Einerseits der sensationelle Erfolg, andererseits die Depressionen, seine Selbstzweifel, die ständige Suche nach Liebe und immer wieder extreme Alkoholabstürze. Dieser innere Kampf wird durch die allegorischen Figuren „Jeanny“ (Julia Fechter) und „Ana Conda“ (Alice Wittmer) versinnbildlicht.

„Die Realität ist eine Halluzination, welche durch die Abwesenheit von Alkohol besteht.“

 Im Mittelpunkt des Musicals stehen natürlich die unzähligen Hits, die von ausgefallenen Tanzeinlagen und einer fantastischen Live-Band begleitet werden. Falcos fiktiver Manager (Sebastian Achilles) moderiert zwischen den Stücken und nimmt die Fans mit in die seelischen Abgründe des charismatischen Popstars. Dieser wird sehr eindrucksvoll von Schauspieler und Sänger Alexander Kerbst dargestellt. Die Zuschauer riefen begeistert nach Zugabe und bekamen drei Stücke on top. Die Fläche zwischen Bühne und Reihe eins wurde schnell zur Tanzfläche umfunktioniert und in der Lanxess Arena strahlten unzählige Handylichtern.

Eine absolut gelungene Hommage an einen Ausnahmekünstler!!

www.falcomusical.com

Tänzerinnen und Tänzer am 15.04.2019: Evelyn Weinzettl, Bianca Fucsko, Bronwyn Jolley, Martina Vinazza, Yasmin Lee Hepburn, Paul Hilgedick, Salvatore Mercadante, Tim Olcay, Andrea Sparta;

Live-Band: E-Gitarre: Michael Fink, Saxophon: Mark Hainzer, Bass: Fabian Möltner, Schlagzeug: Steve Matyus, Keyboard: Max Tschida;

Falco – Das Musical, Foto: Karin Haselsteiner
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Aus der Vorankündigung: Am 6. Februar 1998 verstarb Johann „Hans“ Hölzel bei einem Autounfall. Unter seinem Künstlernamen und seinem ‚Alter Ego‘ „Falco“ hatte er es zu diesem Zeitpunkt längst zu Weltruhm gebracht. 2017 feierte „FALCO – Das Musical“ seine Weltpremiere. In bislang zwei Tourneen begaben sich rund 250.000 Zuschauer auf die Spuren des extrovertierten Kultstars aus Österreich und feierten seine Hits.

Falco – Das Musical, Foto Dominik Gruss

Für die authentische Umsetzung stehen dem Musical unter anderem Falcos ehemaliger Bandleader Thomas Rabitsch als musikalischer Leiter sowie Falcos ehemaliger Manager und Freund Horst Bork als Berater zur Seite. Erwartungsgemäß rief die Musical-Hommage an den Künstler Falco die alten Fans, erfahrene Musik-Kenner und -Enthusiasten auf den Plan, die sich oft begeistert oder auch mal kritisch zeigten. „Wie sehr Falco bis heute die Gemüter zu bewegen und zu erregen vermag, ist schon imposant“, betont Alexander Kerbst. Gemeinsam mit Stefan Wessel verkörpert er Falco in der Show und hat mit Stefanie Kock das Skript zum Musical verfasst. „Am meisten beindruckt hat mich aber, wie viele junge Menschen in die Show kommen. Junge Menschen, die erst nach Falcos Tod geboren wurden und ihn nur aus dem Radio kennen. Die jugendlichen Fans kommen mit selbstgemalten Falco-Bildern, lassen alte LPs signieren und singen problemlos auch die unbekannteren Songs mit. Für mich steht fest: Wenn ein Künstler mit seiner Musik auch die Kinder und Enkel seiner damaligen Fans erreicht, dann ist er wirklich unsterblich“, so Kerbst.

„Das war Falco, jetzt aber spielen wir ordentliche Musik“ – Der unter Kennern bekannte Kommentar des Radiosenders Ö3 zu einem Falco-Titel belegt eindrucksvoll, wie umstritten der erfolgreiche Austro-Pop-Künstler zu Lebzeiten war. Und auch heute vermag der Casus ‚Falco‘ noch immer die Gemüter zu spalten. Trotz vieler ausverkaufter Shows, begeisterten Fankommentaren und beinahe allabendlichen „Standing Ovations“ sorgt das Musical auch für kritische Kommentare. „Die Show erreicht dieses Original nie“ schreibt beispielsweise die Westdeutsche Zeitung. Das Westfalenblatt hingegen lobt: „Falco war ein Phänomen. Eins, dem man nur schwer gerecht werden kann. Genau das schaffte aber das Musical-Ensemble“. Horst Bork, Falcos ehemaliger Manager und Biograph sowie Berater des Musicals, kennt und versteht das Dilemma: „Bei der Frage, ob und wie man dem Künstler Falco mit einem Musical gerecht werden kann, darf man es sich leichtmachen und einfach sagen: gar nicht! Das wäre aber schade gewesen – denn Falco verdient dieses Denkmal!“

Der Produzent und Veranstalter Oliver Forster betont: „Die vielen Berichte und Interviews, die zahlreichen Rückmeldungen von Zuschauern und nicht zuletzt die konstant hohe Nachfrage nach Tickets für das Musical belegen, wie fest Falco in den Köpfen und Herzen der Musikfans verankert ist. Gerade der hohe Anteil an jungen Zuschauern freut uns. Sie kennen von Falco meist nicht mehr als ein paar Hits und lernen über das Musical das Phänomen Falco kennen. Für uns ist das natürlich ein Glücksfall, denn ein solches Musical-Wagnis funktioniert nur mit echten, zeitlosen Legenden. Mit dem Erfolg auch in der zweiten Tournee hat sich diese Produktion nachhaltig in der deutschsprachigen Musical-Landschaft etabliert – und Hans Hölzel alias Falco ein würdiges Denkmal gesetzt.“

Alexander Kerbst als Falco, Foto Marcel Klette
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