Den Besuchern der sehr gut besetzten Oper in Bonn bot sich ein ungewohntes Bild: Sicherheitspersonal rechts und links der Bühne begleitete den Auftritt des polarisierenden, streitbaren Kabarettisten Serdar Somuncu, der sich am Tag der Deutschen Einheit im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Quatsch keine Oper!”  in der Bundesstadt präsentierte. 

Der “größte Hassias aller Zeiten” kam im weißen Shirt mit Aufschrift “Hauptschule”, schimpfte, spuckte, plauderte und wütete sich durch sein großartiges, zweistündiges Programm. Er nahm die Besucher und Fans mit auf eine extrem emotionale Achterbahnfahrt und schoss seine spitzen Pfeile gleichmäßig auf alles und jeden. Kein Thema war ihm bei seiner Mischung aus Aufklärung, Comedy und Kabarett zu sensibel.  

Es wurde viel und laut  gelacht, bei manch vulgärem Spruch oder politischer Aussage blieb das Lachen auch mal im Hals stecken. Die Zuschauer applaudierten und jubelten – nicht immer – den Anspruch erhebt Somuncu aber auch gar nicht. 

Tiefsinnig, intellektuell und witzig, aber auch laut und teils vulgär

Serdar Somuncu ist anders und passt in keine Schublade. Zum Schluss seines Auftritts legte Somuncu das Mikrofon an den Bühnenrand und zeigte sich ungewohnt offen von seiner sensiblen Seite. Die 2,5 Jahre der Corona bedingten Bühnenabstinenz seien ihm wie eine Isolationshaft vorgekommen. Umso mehr Kraft kann er nun wieder aus seinen Auftritten und aus Abenden wie dem in Bonn schöpfen.  

Wer seinen Auftritt verpasst hat, hier finden die nächsten Auftritte statt:

 
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