Der Teufelsberg in Berlin – jeder Stein ist Geschichte


Mit 120,1 m bietet der Teufelsberg als zweithöchste Erhebung in Berlin einen sensationellen Blick über den Grunewald und die Hauptstadt. Den Namen erhielt der Berg vom nahegelegenen Teufelssee.

Hitler hatte auf diesem Gelände den Bau einer Universität im Rahmen des Germania-Projektes geplant. Die Wehrtechnische Fakultät stand schon im Rohbau. Nach Beendigung des Krieges wurde der Häuserschutt der zerstörten Stadt dort aufgeschüttet, so dass der Berg entstand.

Obwohl der Grunewald zur britischen Besatzungszone gehörte, bauten auch die Amerikaner Antennen auf dem Teufelsberg auf, um den Funkverkehr des Warschauer Paktes, der DDR und der UdSSR abzuhören. 1957 wurde die Field Station fetiggstellt.

Nach dem Fall der Berliner Mauer wurden die elektrischen Anlagen abgebaut und Grund und Boden an die Oberfinanzdirektion Berlin rückübereigent. Das Radar wurde noch eine Weile für die zivile Luftübewachung des Flugzeugverkehrs genutzt. Wegen der hohen Betriebskosten veräußert die OfD  das Gelände an einen privaten Investor, der den Bau einer exklusiven Wohnanlage mit Hotel und Spionagemuseum pante. Das Vorhaben scheiterte zunächst an juristischen Problemen, dann platzte die Baufinanzierung. Der Senat entzog die Baugenehmigung und  änderte den Nutzungsplan. Das Areal ist seit 2006 als Wald ausgewiesen, was eine künftige Neubebauung unmöglich macht.

Das Gelände stand einige Zeit leer und wurde zu einem Lost Place. Metalldiebe stahlen die Kupferkabel, Rowdies zerschnitten die Kuppeln.  Die jetzigen Eigentümer verpachteten das Areal. Seit 2010 ist der Besucherbetrieb geregelt und es entstand Europas größte Grafitti-Galerie.2015 übernahm Marvin den Pachtbetrieb und begann mit seinem Team die Gebäude Stück für Stück zu sanieren. Zur Zeit sind Aussichtsplattform und Kuppel aber nicht zu besichtigen. Einer der vier Eigentümer hatte ein Statikgutachten in Auftrag gegeben. Danach sind Standsicherheit und Brandschutz nicht gewährleistet. Der Baustadtrat sperrte daraufhin Teile der Bauten auf unbestimmte Zeit.

Seit 2018 steht der gesamte Berg unter Denkmalschutz. Es soll sich dort ein Erinnerungsort entwickeln.Geöffnet ist das Gelände von 10 Uhr bis Sonnenuntergang. Eintrittspreise und Infos zum Teufelsberg bzw. Zu historischen Führungen findet man unter https://teufelsberg-berlin.de.

   Send article as PDF   

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.