Teileröffnung der neuen Dauerausstellung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum

Ab 01.Februar 2019 können schon zwei der später insgesamt vier Rundgänge durch die neue Dauerstellung besucht werden.

Für mich öffneten sich schon einmal kurz die imposanten Türen des Haupteinganges und ich  war sehr gespannt, was sich in den letzten zwei Jahren dort alles getan hat. Der denkmalgeschützte Museumsbau musste nämlich grundlegend saniert werden. Diese Gelegenheit wurde genutzt, um auch die etwas in die Jahre gekommene Dauerausstellung neu auszurichten.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Warten hat sich gelohnt!!

Modern, Multimedial, komplett zweisprachig und – ganz toll: eine Kinderspur mit eigenen Exponaten auf Augenhöhe der jüngsten Besucher!

Im Südflügel wird noch bis Sommer fleißig gebaut, deshalb ist ein Besuch des fertigen Nordflügels aus Sicherheitsgründen nur Samstags, Sonntags und an den Feiertagen möglich. Für Schulklassen wird es dienstags und donnerstags zwei Vermittlungstage geben, an denen Führungen und Workshops gebucht werden können. Sowohl unter der Woche als auch am Wochenende sind weiterhin geöffnet: das Anschauungsbergwerk mit dem Seilfahrtsimulator, die Barbara-Ausstellung im DBM+ und nun auch wieder das Fördergerüst.

©Helena Grebe, Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff (Direktor des Deutschen Bergbau-Museums Bochum) und Bärbel Bergerhoff-Wodopia (Mitglied des Vorstandes der RAG-Stiftung)
freuen sich, die Rundgänge für die Besucher zu öffnen


Im Sommer 2019 werden dann nach Abschluss der Arbeiten im Südflügel die beiden weiteren Rundgänge zu den Themen Bodenschätze sowie Kunst und Kultur im Bergbau zugänglich sein und das neue Dauerausstellungskonzept komplettieren.

Stammrest eines Schuppenbaumes aus dem Karbonzeitalter (ca. 306 Mio. Jahre)

Informationen zu den Rundgängen der neuen Dauerausstellung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, Führungsangeboten und aktuelle Neuigkeiten erhalten Sie unter: www.bergbaumuseum.de/neu

Im Rundgang 1 „Steinkohle – Motor der Industrialisierung“  wird die Geschichte des deutschen Steinkohlenbergbaus gezeigt,

Funktionsmodell des Fördergerüsts der Zeche Germania

Auf eine Reise von der Steinzeit bis zur Zukunft des Bergbaus begibt sich der Besucher auf Rundgang 2.   Er erlebt dabei, wie die Gewinnung von Rohstoffen den Erwerb und Transfer von Wissen förderte und damit auch Machtgefüge veränderte.

Rund 1.750 Objekte dokumentieren die Geschichte des Bergbaus erzählen von Innovationen, Entwicklungen, Veränderungen und Auswirkungen des Bergbaus auf Technik, Wirtschaft, Sozialleben und Kultur.

Schuh des Fritz Wienpahl

Die Sanierung des Nordflügels und die Neugestaltung der Rundgänge zu den Themen Steinkohle und Mensch & Bergbau wurden von der RAG-Stiftung im Rahmen der Initiative „Glückauf Zukunft!“ mit 15 Millionen Euro unterstützt. Die Exponate stammen zum größten Teil aus den Musealen Sammlungen des Deutschen Bergbau-Museums Bochum und wurden durch nationale sowie internationale Leihgaben bzw. Schenkungen ergänzt. Konzipiert wurde die neue Dauerausstellung durch ein mehrköpfiges Kuratorenteam gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Museums, gestalterisch umgesetzt durch die Arbeitsgemeinschaft krafthaus/res d.

Anmeldungen und Information: service@bergbaumuseum.de oder 0234/5877-126 (im Rahmen der Öffnungszeiten, außer montags).

Öffnungszeiten
Samstags, sonntags und feiertags: 10.00 – 17.00 Uhr
Eintritt:
Erwachsene 5,00 €, ermäßigt 2,00 €,
Familienkarte 11,50 €
Führungen:
Rundgang 1: Sa und So um 13.45 Uhr & 15.00 Uhr
Rundgang 2: Sa und So um 11.45 Uhr & 13.15 Uhr
Dauer ca. 1 Stunde, Kosten 3,00 € zzgl. Eintritt (Anmeldung am Tag des Besuchs an der Kasse erforderlich)

Adresse/Anfahrt
Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Eingang Europaplatz
Am Bergbaumuseum 28, 44791 Bochum

Weiterführende Infos zu den Rundgängen:
Rundgang 1 – Vom Karbonwald bis zur Grubenwasserpumpe

Empfangen werden die Besucherinnen und Besucher von dem Stammrest eines Schuppenbaumes aus dem Karbonzeitalter (ca. 306 Mio. Jahre) und einem raumfüllenden Ölgemälde einer Landschaft zur Steinkohlezeit (1923). Es beginnt der Rundgang, der zukünftig die Geschichte des deutschen Steinkohlenbergbaus vermittelt. Der Wurzelstock, dessen Fundort in Niedersachsen liegt, wurde im Zuge der Umbauarbeiten innerhalb des Hauses umgesetzt und aufwendig präpariert. Das Gemälde von Willy Kukuk hingegen wird erstmals im Museum gezeigt. Bisher fehlten bei den Ausmaßen von 3,30 m x 6,20 m die Möglichkeiten zur Hängung. Im weiteren Verlauf des Rundgangs erzählen rund 600 Objekte von technischen Entwicklungen, sozialen Errungenschaften sowie gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen rund um die Steinkohle in Deutschland: von der Teil- bis zur Vollmechanisierung, von dem Grubenrettungswesen und der Arbeitssicherheit, von der Entstehung von Gewerkschaften und Verbänden, von sozialverträglichem Ausstieg aus der Steinkohlenförderung und den Herausforderungen einer Nachbergbauzeit.

Rundgang 2 – Von der Steinzeit bis zum extraterrestrischen Bergbau

Rohstoffe begleiten den Menschen seit jeher. Ihre Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung haben sich und die Menschheit im Laufe der Zeit verändert. Die Erforschung dieser Themen ist Aufgabe des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, das seit 1977 mit der Aufnahme in die Blaue Liste zum Forschungsmuseum wurde. Der zweite Rundgang vermittelt dies in vielfältiger Art und Weise: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Disziplinen Archäometallurgie, Bergbaugeschichte, Materialkunde und Montanarchäologie beleuchten die Geschichte des Bergbaus von der Steinzeit über die Antike und das Mittelalter, der frühen Neuzeit über die Industrialisierung bis in die Gegenwart – und wagen am Ende auch einen Blick in die Zukunft des Bergbaus tief in der See oder im Weltraum. Dies geschieht anhand von gut 1.150 Objekten, die verdeutlichen, dass die Zusammenhänge von Mensch und Bergbau auch das Zusammenspiel von technischer Weiterentwicklung und Lösungskompetenz sowie von Wissenserwerb und Macht ist.

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