Deutsches Bergbau-Museum Bochum

„Glück Auf“ werde ich im Deutschen Bergbau-Museum Bochum standesgemäß am Ticketschalter begrüßt. Ich bin dort mit der Leiterin der Stabsstelle Presse & Öffentlichkeitsarbeit, Wiebke Büsch verabredet.

Der Umbau des Bergbau-Museums ist noch in vollem Gange, das ist nicht zu übersehen. Ich bin etwas zu früh und nutze die Gelegenheit,  die beeindruckende Sammlung der Heiligen Barbara anzusehen.


Die heilige Barbara lebte der Legende nach im 3. Jahrhundert und stammte aus Nicomedia in der heutigen Türkei. Sie bekannte sich zum Christentum. Ihr Vater Dioskur wollte sie davon abbringen, hielt sie in einem Turm gefangen, ließ sie foltern und schließlich enthaupten. Dioskur wurde danach von einem Blitz erschlagen. Sie ist die Schutzpatronin der Bergleute. 2002 gründeten Rolfroderich Nemitz und seine Frau die gemeinnützige Nemitz Stiftung St.Barbara. Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum zeigt in einer Dauerausstellung zahlreiche Exponate dieser Stiftung.

Pünktlich zur verabredeten Zeit treffe ich Frau Büsch und wir suchen uns zunächst ein ruhiges Plätzchen, um uns über das Gebäude, den Umbau und die weiteren Tätigkeitsfelder des Deutschen Bergbau-Museums zu unterhalten.

Die Ursprünge des Museums gehen zurück bis in die 1860er Jahre. Alles begann als Ausstellung für den Bergbauunterricht. 1930 entstand daraus das Geschichtliche Museum des Bergbaus, welches  in der Großviehschlachthalle des stillgelegten Bochumer Schlachthofes eröffnet wurde. Das beliebte Anschauungsbergwerk wurde ab 1936 gebaut. 1943 wurden die Museumsbauten bei alliierten Luftangriffen weitgehend zerstört, das Anschauungsbergwerk diente als Schutz vor Luftangriffen.  Als kleines Museum wurde 1946 wiedereröffnet, 1950 wurde das Gebäude neu aufgebaut und erweitert. Das weithin sichtbare Fördergerüst stammt von der stillgelegten Zeche Germania aus Marten und wurde 1973 nach Bochum umgesetzt.

Das in die Jahre gekommene Gebäude musste von Grund auf saniert, modernisiert und dem Stand der Bautechnik und Sicherheitsanforderungen angepasst werden. 2016 war es dann soweit. Das komplette Museum wurde ein dreiviertel Jahr lang nach einem ausgeklügelten Logistiksystem leer geräumt. Eine große Herausforderung stellten dabei 15 Großmaschinen wie z.B. Förderkorb, Doppelwalzenschrämlader, Bohrwagen, Bogenausbau, Continous Longwall-Miner dar, die mit einem Gewicht von je 5 bis 10 Tonnen zu demontieren, transportfähig zu machen und in das Museumslager zu befördern waren.  Der Abbau wurde bis ins Kleinste fotografisch festgehalten, damit die Maschinen nach zwei Jahren auch wieder zusammengebaut werden können. In Sommer 2019 werden die Umbauarbeiten vollständig abgeschlossen sein. Es entstehen vier neue Rundgänge für die Besucher. Die Rundgänge eins (Steinkohle) und zwei (Geschichte des Bergbaus) werden voraussichtlich ab Ende 2018 zu sehen sein. Die Umbauarbeiten  liegen derzeit genau im Zeitplan. Seit Anfang 2018 werden rund 1750 Objekte für  die ersten beiden Rundgänge zurück ins Museum gebracht. Die künftigen Rundgänge drei und vier werden sich mit Rohstoffen und Kunst & Bergbau beschäftigen.

Über die gesamte Zeit des Umbaus ist das Museum weiterhin für Besucher geöffnet: Die Besucher erleben im Anschauungsbergwerk hautnah, wie Bergbau funktioniert und können mit dem Seilfahrtsimulator einfahren. Ich erhalte die Gelegenheit, das Anschauungsbergwerk zusammen mit einer westfälischen Schulklasse zu besichtigen. Die aufgeweckte, sehr sympatische Gruppe nimmt begeistert die Angebote an, Geräte selbst zu bedienen oder sich mal in die Dahlbusch-Rettungsbombe zu setzen.

Weitere Impressionen aus dem Besucherbergwerk:


Sogenannte Strecke im Anschauungsbergwerk


Am 22. Juni 1966 verließ Tobias, als eines der letzten Grubenpferde im Ruhrbergbau, nach zwölf Jahren Dienst unter großer medialer Teilnahme die Recklinghäuser Zeche General Blumenthal.Bis zu seinem Tod 1970 lebte der Wallach auf einem Bauernhof. Seit 1995 erinnert ein Modell des Tieres im Anschauungsbergwerk des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum an Tobias, der zum Symbol für die Grubenpferde geworden ist. (Quelle Wikipedia)


High-Tech Streb, automatisch vorrückender Schild-Ausbau


Kohlenhobel


Doppelwalzenlader

Noch bis Sommer 2019 ist das Besucherbergwerk zum reduzierten Eintrittspreis zu besichtigen. Es gibt auch besondere Kinderführungen.

An Wochentagen ist das Bergwerk ausschließlich mit Führung zu besuchen. Führungszeiten sind Dienstags bis Donnerstags zwischen 08.30-15.30 Uhr und Freitags von 08.30-13.00 Uhr. Freitags ab 14.00 Uhr, samstags, sonntags und an Feiertagen kann das Bergwerk in Eigenregie mit Audioführung besucht werden. Letzte Grubenfahrt findet um 15.30 Uhr statt.

Ein besonderes Highlight gibt es vom 05.Juni bis 31.August 2018. „Blickpunkt Bergwerk“ – eine Fotoausstellung von Michael Bader. Die Fotos entstanden in den Jahren 2016 und 2017 auf den Zechen Auguste Victoria, Pluto, Prosper-Haniel und Anthrazit Ibbenbüren. Michael Bader zeigt <menschen in ihrem Arbeitsumfeld. Entstanden sind intensive Momentaufnahmen mit Ewigkeitswert.

Vom 30.September 2018 bis 31.März 2019 wird dann die Fotoausstellung „Das Revier über Tage“ mit Aufnahmen von Josef Stoffels zu sehen sein.

Die Ausstellungen sind im Eintrittspreis enthalten!

Mein Fazit: Der Besuch des Deutschen Bergbau-Museums Bochum lohnt sich definitiv auch in der Umbauphase!

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